{"id":9312,"date":"2022-05-10T14:30:15","date_gmt":"2022-05-10T12:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-bremen.de\/?p=9312"},"modified":"2022-05-13T13:08:01","modified_gmt":"2022-05-13T11:08:01","slug":"bericht-der-bildungskommission-beschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/bericht-der-bildungskommission-beschlossen\/","title":{"rendered":"Bericht der Bildungskommission beschlossen!"},"content":{"rendered":"<p><em>Beschluss des Landesvorstands, 09.05.2022, gem\u00e4\u00df dem Mitgliedervotum vom 30.04.2022<\/em><\/p>\n<p>In der Landesvorstandssitzung vom 9. Mai ist der Bericht der Bildungskommission beschlossen worden. Ihr findet auf dieser Seite eine Zusammenfassung und k\u00f6nnt den ganzen Bericht <a href=\"https:\/\/gruene-bremen.de\/bericht-der-bildungskommission-beschlossen\/\">Gerechte Bildung f\u00fcr das 21. Jahrhundert<\/a> hier noch mal nachlesen, oder <a href=\"https:\/\/gruene-bremen.de\/wp-content\/uploads\/sites\/64\/2022\/05\/20220509-Gerechte-Bildung-fuer-das-21.-Jahrhundert.pdf\">als PDF herunterladen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Positionen und Einordnung zur Bildungspolitik von B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN Bremen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eBremen ist wieder Schlusslicht\u201c, \u201eBremen rutscht auf den letzten Platz\u201c: Regelm\u00e4\u00dfig schneidet Bremen im Bildungsbereich schlecht ab. Bei der Kritik am Bremer Schulsystem geht es um Unterrichtsausfall wegen fehlender Lehrkr\u00e4fte, gutes inklusives Arbeiten an Schulen, fehlende Ressourcen, zu gro\u00dfe Klassen, fehlende Zeit f\u00fcr wichtige p\u00e4dagogische Arbeit, zu kleine Schulgeb\u00e4ude in schlechtem Zustand und vielfach \u00fcberlastete Lehrkr\u00e4fte. Au\u00dferdem sei das Abitur nichts wert<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie oder auch der Krieg in der Ukraine sind nur weitere Herausforderungen mit denen wir in Kita und Schule konfrontiert werden.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2021 hat es sich die Bildungskommission von B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN Bremen zum Auftrag gemacht, \u00fcber neue Ziele und Wege f\u00fcr eine gerechte Bildung im 21. Jahrhundert nachzudenken. Unsere Leitfrage dabei ist: Wie k\u00f6nnen wir gew\u00e4hrleisten, dass <i>alle <\/i>Kinder und Jugendlichen zu ihrem Recht auf gute Bildung kommen und somit auch das Vertrauen, das die Eltern Schulen geben, rechtfertigen? Denn unser Ziel ist klar: nur mit gerechter Bildung werden wir das Versprechen einer guten Zukunft f\u00fcr die kommenden Generationen gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir legen mit diesem Papier einen Umriss einer (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit der Bildungspolitik f\u00fcr Bremen und Bremerhaven vor. Wir zeigen auf, wie eine zukunftsf\u00e4hige Bildung aussehen kann, die Bildungsgerechtigkeit real werden l\u00e4sst und blicken daf\u00fcr auch \u00fcber den Status quo hinaus. Wir wollen damit in einen Dialog mit den Menschen in unserem Bundesland treten.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen gute und verl\u00e4ssliche KiTas f\u00fcr jedes Kind<\/b><\/h3>\n<p>Unser Ziel ist eine <b>Komplettversorgung der \u00fcber Dreij\u00e4hrigen<\/b> und eine <b>Versorgungsquote von 60 Prozent der unter Dreij\u00e4hrigen<\/b> in jedem Stadtteil in Bremen und Bremerhaven. Wir streben an, dass das <b>letzte KiTa Jahr verpflichtend<\/b> f\u00fcr alle Kinder wird. Daf\u00fcr wollen wir uns im Bund einsetzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00dcbergangsphase bis zur Vollversorgung muss allen Kindern im Elementaralter von 3 bis 6 Jahren, die keinen KiTa-Platz haben, mindestens ein niedrigschwelliges Angebot fr\u00fchkindlicher Bildung gemacht werden.<\/p>\n<h3><b>Weil es auf die Sprache ankommt<\/b><\/h3>\n<p>Jede Fachkraft in der KiTa muss <b>Sprachexpert*in<\/b> sein. Sprachbildung und Sprachf\u00f6rderung m\u00fcssen noch gr\u00f6\u00dferen Raum in der fr\u00fchkindlichen Bildung einnehmen. Unser Ziel ist es, dass alle Kinder bereits im <b>Alter von viereinhalb Jahren<\/b> an der <b>Sprachstandsfeststellung<\/b> teilnehmen.<\/p>\n<p>Das verpflichtende KiTa-Br\u00fcckenjahr f\u00fcr Kinder mit diagnostiziertem Sprachf\u00f6rderbedarf ist ein wichtiger Baustein. Es m\u00fcssen genug Fachkr\u00e4fte ausgebildet und vorhandene Fachkr\u00e4fte in den KiTas gehalten werden. Beides geht damit einher, dass <b>die Arbeit in KiTas attraktiv sein muss<\/b>.<\/p>\n<p>Zur Attraktivierung der Ausbildung wurde bereits vieles auf den Weg gebracht. Nun gilt es, die Ma\u00dfnahmen zu evaluieren, das Erfolgsmodell PiA zu verstetigen und auszubauen, das Marketing f\u00fcr den Beruf noch zu verst\u00e4rken und zus\u00e4tzliche Bewerber*innen zu gewinnen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir <b>mehr finanzielle Mittel bereitstellen<\/b>.<\/p>\n<h3><b>Weil es um bessere \u00dcberg\u00e4nge und Verb\u00fcnde geht<\/b><\/h3>\n<p>Um alle Kinder bestm\u00f6glich f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, dass die <b>Bildungsangebote von KiTas und Grundschulen eng miteinander verzahnt<\/b> sind und aufeinander aufbauen, sodass f\u00fcr die Kinder <b>keine Br\u00fcche<\/b> entstehen, sondern eine kontinuierliche und unterst\u00fctzende F\u00f6rderung gew\u00e4hrleistet ist. Datenschutzrechtliche Bestimmungen, die auch H\u00fcrden sein k\u00f6nnen, m\u00fcssen dabei im Sinne der besseren, <b>professionellen Kooperation der Fachkr\u00e4fte und F\u00f6rderung<\/b> der Kinder in den verschiedenen Bildungsinstitutionen ausgestaltet werden.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen ein Recht auf hochwertigen Ganztag<\/b><\/h3>\n<p>Die Umsetzung des <b>Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung<\/b> ab 2026 bedeutet eine enorme Anstrengung auf politischer Ebene f\u00fcr Bremen und Bremerhaven. Die Ausweitung von Ganztagsgrundschulen muss mit deutlich mehr Tempo als bisher vorangetrieben werden.<\/p>\n<p>Diese Fragen der konkreten Ausgestaltung von Ganztagsunterricht sind in der Verantwortung der schulischen Selbstst\u00e4ndigkeit, die schulspezifisch demokratisch entschieden werden sollen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen gesunde Ern\u00e4hrung in KiTa und Schule<\/b><\/h3>\n<p>Zur gesunder Bildung geh\u00f6rt die Verpflegung mit <b>ausgewogenen und nahrhaften Lebensmitteln<\/b>. Ausgewogene Ern\u00e4hrung f\u00f6rdert die Gesundheit, Leistungsf\u00e4higkeit und das Konzentrationsverm\u00f6gen von Kindern und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Somit soll es eine selbstverst\u00e4ndliche <b>Verzahnung<\/b> vom Essensangebot in unseren KiTas und Schulen und <b>Bildung nachhaltiger Entwicklung<\/b> (BNE) geben. Es ist uns wichtig, dass <b>gesundes und klimafreundliches Essen<\/b> auf den Tisch kommt. Das Bewusstsein daf\u00fcr soll durch entsprechende Projekte (bspw. Schulg\u00e4rten, gemeinsames Kochen) und <b>Ern\u00e4hrungsbildung<\/b> geschaffen werden.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit und Schutz vor Gewalt<\/b><\/h3>\n<p>Wir wollen geistige, k\u00f6rperliche und psychische Gesundheit als zentrale Ressourcen f\u00fcr Leistungsf\u00e4higkeit, Lebensqualit\u00e4t und soziale Teilhabe st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie hat die Herausforderungen um die Themen h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt versch\u00e4rft. Schule und Sozialarbeit m\u00fcssen besser darauf vorbereitete Vertrauenspersonen f\u00fcr Sch\u00fcler*innen stellen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen sie auch in der <b>Traumabew\u00e4ltigung<\/b> mit psychosozialer Betreuung ein Angebot schaffen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir Kinderschutz verbessern und Gewalt wirkungsvoller abbauen. Dar\u00fcber hinaus brauchen wir einen <b>zeitgem\u00e4\u00dfen, queersensiblen Sexualkundeunterricht<\/b>, der auf unterschiedliche geschlechtliche Identit\u00e4ten, sexuelle Orientierungen und elementare Themen wie Konsens und Einvernehmen eingeht.<\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen, die Mobbing erfahren, m\u00fcssen verl\u00e4ssliche Unterst\u00fctzungsstrukturen in den Schulen haben. Um das leisten zu k\u00f6nnen, muss die <b>Schulsozialarbeit kontinuierlich ausgebaut werden<\/b>, da die momentanen Ressourcen nicht ausreichend sind.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen demokratische Teilhabe st\u00e4rken<\/b><\/h3>\n<p>Die <b>St\u00e4rkung der Demokratie<\/b> ein dauerhafter und notwendiger Prozess, der grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist. KiTas und Schulen obliegt die Aufgabe, Grundlagen f\u00fcr ein <b>demokratisches Selbstverst\u00e4ndnis von Sch\u00fcler*innen zu entwickeln<\/b> und demokratische Teilhabe und Selbstbestimmung erfahrbar zu machen. Daher wollen wir Kinder von Beginn an mitbestimmen lassen.<\/p>\n<p>. Prozesse der demokratischen Selbstorganisation auf Klassenebene in Klassenr\u00e4ten und die Beteiligung an Schulentwicklungsprozessen m\u00fcssen fl\u00e4chendeckend in allen Jahrg\u00e4ngen zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit werden. <b>Demokratiebildung<\/b> muss <b>f\u00e4cher\u00fcbergreifend selbstverst\u00e4ndlich<\/b> werden.<\/p>\n<p>Insbesondere die <b>Erzieher*innen und Lehrkr\u00e4fte<\/b> brauchen daf\u00fcr mehr Unterst\u00fctzung, durch mehr <b>demokratie-p\u00e4dagogische Aus- und Fortbildungen<\/b> sowie durch gezielte \u2013 auf Sch\u00fcler*innenpartizipation abzielende- Schulentwicklungsberatung.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen mit Eltern st\u00e4rker zusammenarbeiten<\/b><\/h3>\n<p>Die Zusammenarbeit von Lehrkr\u00e4ften und Eltern muss mehr Raum gegeben werden, um in regelm\u00e4\u00dfigen <b>Entwicklungsgespr\u00e4chen<\/b> Transparenz zur Entwicklung der Kinder herzustellen. Wir m\u00f6chten Eltern, KiTas und Schulen ermutigen, \u00fcber die klassische \u201eElternarbeit\u201c hinaus gemeinsam aktiv zu werden und die ganz unterschiedlichen Ressourcen, die Eltern mitbringen k\u00f6nnen, in den Schulen und KiTas zu nutzen.<\/p>\n<p>Weiterhin muss die <b>Elternbildung und -beratung gest\u00e4rkt werden<\/b>, um Fragen zu Bildungssystem und Erziehungsmethoden besser aufgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um Lehrkr\u00e4fte bei diesen vielf\u00e4ltigen Aufgaben zu entlasten und die Bindung von Schule und Eltern zu st\u00e4rken, muss die <b>aufsuchende Sozialarbeit<\/b> an Schulen, insbesondere in benachteiligten Stadtteilen, <b>ausgeweitet werden<\/b>.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen selbstst\u00e4ndige Schulen ausbauen<\/b><\/h3>\n<p>Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass Schulen Freiheiten im Sinne ihrer Schulgemeinschaft gut wahrnehmen k\u00f6nnen und wollen daher die <b>Selbstst\u00e4ndigkeit<\/b> und <b>Selbstverantwortung von unseren Schulen st\u00e4rken<\/b>. Handlungsspielr\u00e4ume umfassen beispielsweise die M\u00f6glichkeit, <b>flexibler mit Pr\u00e4senzpflicht<\/b> (ab einer gewissen Jahrgangsstufe) umzugehen, Lernarrangements flexibler zu gestalten und Lernformate wie den <b>\u201eFREI DAY\u201c einzuf\u00fchren<\/b>, bei dem die Sch\u00fcler*innen einen Tag bekommen, um eigenen Fragen und Projekten nachzugehen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen die \u00dcberg\u00e4nge ins Berufsbildungssystem verbessern<\/b><\/h3>\n<p>Wir wollen, dass alle Sch\u00fcler*innen bestm\u00f6glich \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Berufs- und Karrierem\u00f6glichkeiten, insbesondere auch in der dualen Ausbildung informiert werden. Es bedarf <b>zus\u00e4tzlicher Stellen f\u00fcr entsprechendes Personal<\/b> und eine gezielte <b>Personalentwicklung<\/b>. Eine zielgenaue und auf die einzelnen Sch\u00fcler*innen ausgerichtete Kooperation zwischen den abgebenden allgemeinbildenden Schulen und der Beruflichen Schulen ist \u00fcber die bereits als obligatorisch durchzuf\u00fchrenden Berufsorientierung systematisch und unter Einbeziehung der ausbildenden Betriebe (weiter-) zu entwickeln.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Schulen in die Stadtgesellschaft und Stadtteile \u00f6ffnen<\/b><\/h3>\n<p>Wir m\u00f6chten diese Orte, Schulen mit ihren Schulh\u00f6fen und KiTas, ganz praktisch in das \u00f6ffentliche Leben unserer St\u00e4dte Bremen und Bremerhaven ganzt\u00e4gig integrieren. Wir m\u00f6chten sie z.B. an Nachmittagen, Wochenenden und in den Ferien \u00f6ffnen und nutzen. Hier sollen <b>Orte der Begegnung<\/b> gef\u00f6rdert werden, f\u00fcr alle im Stadtteil lebenden Menschen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen inklusive Schulen, in denen Kinder aufbl\u00fchen und ihre Begabungen entfalten<\/b><\/h3>\n<p>Es ist unsere politische Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, sodass sich in der Beh\u00f6rde, wie in jeder Schule und bei jeder Lehrkraft eine <b>inklusive Haltung ausbildet<\/b>.<\/p>\n<p>Wir verfolgen das Ziel einer inklusiven Gesellschaft und damit auch eines inklusiven Schul- und Bildungssystems, weil es normal ist, verschieden zu sein. <b>Gemeinsames Lernen<\/b> bedeutet die Chance auf bessere Schulen und eine gerechtere, demokratischere und friedlichere Gesellschaft. Vom gemeinsamen Lernen und der konsequenten individuellen F\u00f6rderung profitieren alle Sch\u00fcler*innen, besonders auch leistungsstarke Sch\u00fcler*innen.<\/p>\n<h3><b>Wir schaffen Rahmenbedingungen f\u00fcr wirklich inklusive Schulen<\/b><\/h3>\n<p>Inklusive p\u00e4dagogische Konzepte m\u00fcssen an jeder Schule, auch an Gymnasien und Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft, entwickelt und umgesetzt werden. Eine tats\u00e4chlich inklusive Schullandschaft ist unser Ziel.<\/p>\n<p>Langfristig wollen wir allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben aus eigener Kraft mit einer Besch\u00e4ftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt erm\u00f6glichen und so <b>das System der Werkst\u00e4tten \u00fcberfl\u00fcssig machen<\/b>.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen l\u00e4ngeres gemeinsames Lernen ausbauen<\/b><\/h3>\n<p>Wir unterst\u00fctzen die Kooperationen von Grundschulen mit weiterf\u00fchrenden Schulen im sogenannten <b>Campusmodell<\/b> und streben das <b>gemeinsame Lernen von Klasse 1-10 an.<\/b> So k\u00f6nnen Sch\u00fcler*innen einfacher l\u00e4nger oder k\u00fcrzer in einer Lerngruppe bleiben, ohne dabei aber die harten Br\u00fcche des Wiederholens oder \u00dcberspringens zu erleben und in ihrem eigenen Tempo lernen.<\/p>\n<h3><b>Wir brauchen Personal f\u00fcr inklusive Schulen.<\/b><\/h3>\n<p>Die inklusive Schule muss sich in einer ausreichenden Anzahl an entsprechend <b>ausgebildeten Mitarbeiter*innen<\/b>, aber auch in deren <b>Vielfalt widerspiegeln<\/b>. Wir wollen <b>Leistungsbewertungen verbessern<\/b> und <b>Noten abschaffen.<\/b><\/p>\n<p>Das Lernen und Arbeiten in der Schule d\u00fcrfen nicht \u00fcber den volkswirtschaftlichen \u201cWert\u201d von Kindern und Jugendlichen bestimmen und gesellschaftliche Teilhabe muss ein Grundrecht sein &#8211; dem m\u00fcssen auch Leistungsbewertungen gerecht werden. Deshalb m\u00fcssen wir die Selektionsfunktion von Schulen und insbesondere von Schulnoten aufbrechen, die nicht nur Armut und Ungerechtigkeit rechtfertigt, sondern h\u00e4ufig auch Diskriminierung verst\u00e4rkt.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Begabungsf\u00f6rderung f\u00fcr jedes Kind<\/b><\/h3>\n<p>Anstelle einer Begabtenf\u00f6rderung soll der Fokus an unseren Schulen auf einer Begabungsf\u00f6rderung liegen, damit sich die St\u00e4rken und Talente jedes Kindes oder Jugendlichen bestm\u00f6glich entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen diskriminierungssensible Schulen<\/b><\/h3>\n<p>In Bremer Bildungseinrichtungen sollen Kinder und Jugendliche <b>gemeinsam leben und lernen<\/b> k\u00f6nnen, egal ob mit und ohne Behinderungen, mit ihren Begabungen und Hochbegabungen, Jungen, M\u00e4dchen, queere Sch\u00fcler*innen, ebenso Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen, Migrationsgeschichte, Kinder of Color, aus unterschiedlichen sozio\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen und mit diversen Familienmodellen. Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen kompetent sein f\u00fcr den allt\u00e4glichen Umgang mit Diskriminierung, wie Queer-Feindlichkeit, Rassismen oder Sexismus und ihre intersektionalen Wirkungsweisen.<\/p>\n<p>Jede <b>Schule braucht eine Antidiskriminierungsstrategie<\/b>, mit umfassenden, passgenauen Qualifizierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Kollegien. Alle Sch\u00fcler*innen sollen jederzeit wissen, wie sie f\u00fcr sie wichtigen Themen angstfrei ansprechen k\u00f6nnen und wo sie unkompliziert und effektiv unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Beschwerde- und Beratungssysteme ausbauen<\/b><\/h3>\n<p>Wir wollen wiederkehrende, <b>verpflichtende Qualifizierungen<\/b> zu Antirassismus, Antisemitismus, LGBTIAQ* und weiteren Themen der Antidiskriminierung f\u00fcr alle Lehrkr\u00e4fte und p\u00e4dagogischen Mitarbeitenden sowohl in den Schulen, als auch in den KiTas ausweiten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sollen schul\u00fcbergreifend niederschwellige, <b>externe Beratungs- und Beschwerdestrukturen<\/b> geschaffen werden. Auch Schulpersonal macht Rassismuserfahrungen \u2013 dagegen braucht es eine bessere Zusammenarbeit mit zust\u00e4ndigen Stellen wie der <b>Landesantidiskriminierungsstelle<\/b> (LADS) und Antidiskriminierung in der Arbeitswelt (ADA) und die dauerhafte Arbeit an Strukturen.<\/p>\n<h3><b>Wir brauchen diskriminierungssensibles Lernmaterial<\/b><\/h3>\n<p>Lehrpl\u00e4ne sind auch im Hinblick auf Diskriminierungssensibilit\u00e4t und geschichtliche Kontinuit\u00e4ten von Unterdr\u00fcckung und Diskriminierung wie Kolonialismus kritisch zu beleuchten und anzupassen. <b>Demokratie und Menschenrechte m\u00fcssen als Querschnittsthemen<\/b> in jedem Unterrichtsfach und in Projekten ihren Platz finden.<\/p>\n<p>Wir setzen uns f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige verpflichtende <b>Fort- und Weiterbildung<\/b>, sowie die Etablierung einer Feedback-Kultur zwischen allen Akteur*innen ein.<\/p>\n<p>Ebenso sind vielf\u00e4ltige, <b>externe Expert*innen<\/b> in den Unterricht einzubeziehen, damit auch Nischenthemen der Antidiskriminierung ihren Platz finden und Menschen mit unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen auch aus der Betroffenenperspektive Sch\u00fcler*innen st\u00e4rken und zum Vorbild werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Mehrsprachigkeit f\u00f6rdern, weil sie eine St\u00e4rke ist<\/b><\/h3>\n<p>Das Beherrschen mehrerer Sprachen stellt eine <b>besondere Kompetenz <\/b>dar, die h\u00e4ufig in Schulen verkannt und zu wenig im Sinne der Entwicklung von Kindern genutzt wird. Deshalb braucht es <b>verst\u00e4rkt Konzepte<\/b>, diese Mehrsprachigkeit besser in Schulen zu nutzen. Ein Weg kann die verst\u00e4rkte <b>Integration<\/b> <b>vieler Sprachen <\/b>in Lehr- und Stundenpl\u00e4ne sein, was auch das Absolvieren von Abschl\u00fcssen in m\u00f6glichst vielen Sprachen beinhaltet.<\/p>\n<h3><b>Wir setzen Standards f\u00fcr digitale Schulen, die Technik und Wandel verstehen<\/b><\/h3>\n<p><b>IT-Ausstattung <\/b>m\u00fcssen verl\u00e4sslich und mit einem <b>professionellen Support<\/b> bereitgestellt werden. Schulen und Lehrkr\u00e4fte ben\u00f6tigen Unterst\u00fctzung f\u00fcr dauerhafte und kontinuierliche Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse zur Etablierung ver\u00e4nderter schulinterner Curricula, p\u00e4dagogisch-didaktischer Beratungsprozesse, Datennutzung die f\u00e4cher\u00fcbergreifende Implementation des Lernens mit und \u00fcber Medien.<\/p>\n<p>Inhaltlich sind Kompetenzen wie der <b>Umgang mit dem Internet<\/b> (Recherche, kritischer Umgang mit Quellen, Sicherheit im Netz) oder der Umgang mit Text- und <b>Datenverarbeitungsprogrammen<\/b> die Grundkompetenzen des 21. Jahrhunderts, die alle Sch\u00fcler*innen ihrer Schulkarriere lernen sollten, aber auch Grundkenntnisse des <b>Programmierens<\/b> sind wichtig f\u00fcr das bewusste Bewegen im digitalen Raum.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Lernen f\u00fcr die Zukunft f\u00f6rdern: Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (BNE)<\/b><\/h3>\n<p>Wir wollen <b>Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung<\/b> (BNE) als Grundpfeiler unseres Bildungssystems etablieren. Durch die f\u00e4cher\u00fcbergreifende, interdisziplin\u00e4re Auseinandersetzung mit Themen werden Sch\u00fcler*innen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.<\/p>\n<p>Junge Menschen werden dazu bef\u00e4higt, Zukunft zu gestalten, indem sie Verkn\u00fcpfungen herstellen zwischen den eigenen Erfahrungswelten und den behandelten Themen, die sich an gro\u00dfen globalen Herausforderungen orientieren, wie der Klimakrise, Frieden und Menschenrechten.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen gute Personalentwicklung<\/b><\/h3>\n<p>F\u00fcr eine vorausschauende Personalentwicklung braucht es eine regelm\u00e4\u00dfig <b>aktualisierte Personalbedarfsprognose<\/b>, die alle p\u00e4dagogischen Professionen an Schulen einbeziehen und in Abstimmung der verschiedenen Akteure (Hochschulen, Berufsbildende Schulen, LIS und Beh\u00f6rde und Schulen) erstellt werden muss.<\/p>\n<p>Zu einem attraktiven Arbeitsplatz und einer qualitativen Entwicklung von Schule geh\u00f6rt auch ein gutes Konzept f\u00fcr die <b>kontinuierliche Professionalisierung des p\u00e4dagogischen Personals<\/b>. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfige Fort- und Weiterbildung.<\/p>\n<h3><b>Wir brauchen vielf\u00e4ltiges und multiprofessionelles Personal<\/b><\/h3>\n<p>Die Vielfalt von Kindern und Jugendlichen an einer inklusiven Schule braucht ein <b>vielf\u00e4ltiges, multiprofessionelles Personal<\/b>.<\/p>\n<p>Es muss daher zur <b>Selbstverst\u00e4ndlichkeit in Kollegien<\/b> werden, Unterricht und Schulalltag im Team zu planen und zu gestalten, Fallbesprechungen durchzuf\u00fchren und dadurch jedem Kind oder Jugendlichen die <b>notwendige F\u00f6rderung<\/b> zukommen zu lassen.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen die Professionalisierung von Lehrkr\u00e4ften st\u00e4rken<\/b><\/h3>\n<p>Zu einer guten Ausbildung geh\u00f6ren die <b>reflektierende Auseinandersetzung<\/b> mit der Berufsrolle und dem Berufsbild, mit multiprofessioneller Teamarbeit und dem Umgang mit der Vielfalt der Kinder und Jugendlichen und ihrer Lebenswelten.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen <b>Schulleitungen von ihren Verwaltungsaufgaben entlasten<\/b>. Schnellstm\u00f6glich m\u00fcssen daher Schulleitungen an allen Schulen Verwaltungsleitungen an die Seite gestellt werden. F\u00fcr Schulleitungen sollte es au\u00dferdem keine Unterrichtsverpflichtung mehr geben.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen \u00fcber die Arbeitszeit von Lehrkr\u00e4ften sprechen<\/b><\/h3>\n<p>Lehrkr\u00e4fte verbringen sehr viel Zeit mit aufwendiger Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Durch <b>Schulentwicklungsprozesse<\/b> und <b>Fortbildung<\/b>, bessere Teamarbeit, neue Pr\u00fcfungsformate und kreative Formen der Leistungsnachweise gibt es hier M\u00f6glichkeiten, <b>Arbeitszeit anders zu verteilen<\/b>.<\/p>\n<p>Langfristig halten wir eine andere Definition von Lehrerarbeitszeit f\u00fcr sinnvoll: eine nach <b>Zeitstunden festgelegte Wochenarbeitszeit<\/b>,.<\/p>\n<h3><b>Wir wollen Schulbau verbessern<\/b><\/h3>\n<p>Unsere <b>Lernorte<\/b> m\u00fcssen sich auch <b>baulich ver\u00e4ndern<\/b>. Durch neue <b>flexible<\/b> Klassenr\u00e4ume, die im Handumdrehen durch Trennw\u00e4nde aufgeteilt werden k\u00f6nnen, k\u00f6nnen auch andere p\u00e4dagogische Konzepte in die Realit\u00e4t umgesetzt. Wer mit dem Klimawandel umgehen soll, muss auch ein <b>neues Verh\u00e4ltnis zur Natur<\/b> haben. Deswegen bekommen Schulr\u00e4ume, die eine <b>schnelle \u00d6ffnung in den Au\u00dfenbereich<\/b> erm\u00f6glichen, eine v\u00f6llig neue Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir legen mit diesem Papier einen Umriss einer (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit der Bildungspolitik f\u00fcr Bremen und Bremerhaven vor. Wir zeigen auf, wie eine zukunftsf\u00e4hige Bildung aussehen kann, die Bildungsgerechtigkeit real werden l\u00e4sst und blicken daf\u00fcr auch \u00fcber den Status quo hinaus. Wir wollen damit in einen Dialog mit den Menschen in unserem Bundesland treten.<\/p>\n","protected":false},"author":138,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"chat","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[235],"class_list":["post-9312","post","type-post","status-publish","format-chat","hentry","category-aktuelles","category-presse","tag-lavo-beschluss","post_format-post-format-chat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/users\/138"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9312"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9329,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9312\/revisions\/9329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}