{"id":8483,"date":"2021-07-19T16:06:54","date_gmt":"2021-07-19T14:06:54","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-bremen.de\/?p=8483"},"modified":"2022-02-04T10:08:18","modified_gmt":"2022-02-04T09:08:18","slug":"klimaschutz-geht-nur-solidarisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/klimaschutz-geht-nur-solidarisch\/","title":{"rendered":"Klimaschutz geht nur solidarisch"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Antrag wurde von der nicht beschlussf\u00e4higen Landesmitgliederversammlung am 18. Juli 2021 empfohlen und entsprechend der Empfehlung am 19. Juli vom Landesvorstand beschlossen.<\/em><\/p>\n<p>In \u00fcber einem Jahr Pandemie haben wir als Gesellschaft au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrungen gemacht &#8211; in jeder Hinsicht. Wir haben erlebt, wie sich Ungleichheiten in der Gesellschaft weiter versch\u00e4rft haben. Bereits benachteiligte Gruppen gerieten in der Pandemie noch st\u00e4rker ins Hintertreffen. Junge Menschen verpassten soziale Erlebnisse, die Inzidenzwerte waren in wirtschaftlich und sozial benachteiligten Stadtvierteln in allen Gro\u00dfst\u00e4dten deutlich h\u00f6her. Care-Arbeit wurde durch h\u00f6here Ansteckungsrisiken erschwert. Durch die Einschr\u00e4nkung sozialer Kontakte haben Probleme wie soziale und psychische Krisen sowie Gewalterfahrungen zugenommen und Menschen sind einsamer geworden.<\/p>\n<p>Wir haben aber auch gesehen, wie wir gemeinsam in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren k\u00f6nnen. Wir haben uns gegenseitig gesch\u00fctzt und haben enorme Ressourcen aufgebracht, um Arbeitspl\u00e4tze, Soloselbstst\u00e4ndige und ganze Wirtschaftszweige zu bewahren.<\/p>\n<p>Auch die Klimakrise und die damit verbundenen notwendigen Ver\u00e4nderungen treffen nicht alle Menschen gleich. Menschen im globalen S\u00fcden, die weniger M\u00f6glichkeiten haben, sich gegen neue Risiken zu sch\u00fctzen und mit gr\u00f6\u00dferen Umweltkatastrophen konfrontiert werden, haben eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Last zu tragen als Menschen in den hochentwickelten Industriel\u00e4ndern. Auch hier in Deutschland und im Bundesland Bremen werden manche Gruppen h\u00e4rter getroffen als andere: Junge Menschen, die l\u00e4nger mit den Folgen des Klimawandels leben m\u00fcssen, \u00e4ltere Menschen, f\u00fcr die Hitze lebensbedrohlich werden kann, \u00e4rmere Menschen, die in schlechter ged\u00e4mmten H\u00e4usern oder an viel befahrenen Stra\u00dfen wohnen oder st\u00e4rker von Naturkatastrophen wie \u00dcberschwemmungen und St\u00fcrmen betroffen sind. F\u00fcr Menschen mit niedrigen oder nicht vorhandenen Bildungsabschl\u00fcssen f\u00fchrt Wandel oftmals zu einer beruflichen und damit existenziellen Bedrohung. Die Konsequenz: Die Armutsschere geht weiter auseinander.<\/p>\n<p>Es stellt sich deshalb die Frage, wie wir Kinder und Jugendliche, Menschen mit niedrigen Einkommen aus strukturschwachen Regionen\/Stadtteilen, mit Migrations- bzw. Fluchterfahrungen, \u00e4ltere Menschen, chronisch Kranke oder mit niedrigen Bildungschancen, mit zukunftsunsicheren oder gar zukunftsuntauglichen Arbeitspl\u00e4tzen so in die Bek\u00e4mpfung der Krise einbinden k\u00f6nnen, dass wir auf der einen Seite CO2-Emissionen erfolgreich senken und gleichzeitig unsere gesellschaftlichen Strukturen solidarischer, gerechter und nachhaltiger gestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Es gibt auch Grund f\u00fcr Optimismus<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir den Klimawandel konsequent bek\u00e4mpfen und die Transformation gleichzeitig nutzen, um eine gerechtere Gesellschaft zu formen, haben wir allen Grund f\u00fcr Optimismus. Denn dieser Wandel bietet auch eine Vielzahl von Chancen. Dazu m\u00fcssen wir uns als Gestalter*innen begreifen, die die Herausforderung annehmen und dabei verschiedene Ziele miteinander verbinden. In einem Moment, in dem der Status-Quo so massiv infrage gestellt wird wie heute, lassen sich neue Modelle entwickeln und Dinge erreichen, die noch vor Kurzem unvorstellbar waren. Auf diesem Weg wollen wir niemanden zur\u00fccklassen. Eine Gesellschaft, die den Klimawandel meistern will, muss in diesem Wandel umso mehr einen Platz f\u00fcr alle Menschen bieten, um Sicherheit und Vertrauen zu schaffen.<\/p>\n<p>Deshalb fordern wir in unserem Wahlprogramm f\u00fcr die Bundestagswahl, eine neue Gemeinschaftsaufgabe \u201eRegionale Daseinsvorsorge\u201c im Grundgesetz einzuf\u00fchren. F\u00fcr zentrale Versorgungsbereiche wie Gesundheit, Mobilit\u00e4t und Breitband wollen wir n\u00f6tige Mindeststandards formulieren. Bei dem Ausbau dieser Strukturen, die es benachteiligten Gruppen \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht, klimafreundlich zu arbeiten, mobil zu sein und zu leben, m\u00fcssen wir schneller werden.<\/p>\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssen wir eine Politik betreiben, die Prozesse beschleunigt, um in der Krisenbek\u00e4mpfung effektiver zu werden und schneller greifbare und positive Erfahrungen zu erzeugen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen eine Politik betreiben, die solidarisch ist und die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Lebensentw\u00fcrfe vieler unterschiedlicher Menschen respektiert, sie zu einer St\u00e4rke dieses Landes macht und Sicherheit gibt.Und wir m\u00fcssen eine Politik betreiben, die vorausschauend agiert und so die Krise und ihre Folgen bereits im Vorfeld begrenzt, anstatt lediglich reagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Viele dieser Weichen werden daf\u00fcr auf Bundesebene gestellt. Deshalb ist diese Bundestagswahl die entscheidende Wahl, wenn wir einen Aufbruch gestalten wollen, anstatt weiterhin im Status quo zu verharren und unsere Zukunft aufs Spiel zu setzen.<\/p>\n<p>Wir stehen f\u00fcr eine solidarische Klimapolitik. Folgende zentrale Handlungsfelder m\u00f6chten wir mit diesem Antrag beleuchten, die wir auf L\u00e4nderebene ebenso wie auf Bundes- und Europaebene besonders effektiv gestaltet k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><strong>1 Bildung<\/strong><br \/>\nOhne grundlegende Ver\u00e4nderungen im Bildungssystem werden wir die Klimakrise nicht meistern k\u00f6nnen. Denn eine Ver\u00e4nderung der Grundlagen des Zusammenlebens baut auf dem Erwerb von Wissen und neuen Kompetenzen auf. Bildungsexperten*innen betonen, dass die Klimakrise nicht neue Schulf\u00e4cher erfordert, sondern eine neue Kultur der gemeinschaftlichen Entwicklung neuer Konzepte. Digitalisierung spielt dabei eine besondere Rolle als Transformatorin, die neue Formen der Kooperation weit \u00fcber das eigene Klassenzimmer hinaus m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass die Kinder und Jugendlichen f\u00fcr die Zukunft besser ger\u00fcstet sind, die gelernt haben, mit Wandel umzugehen und die entsprechenden Kompetenzen beherrschen. Wir d\u00fcrfen den Fehler aus der Coronakrise, dass die Bildungsschere noch weiter auseinandergegangen ist, in der Klimakrise nicht wiederholen.<\/p>\n<p>Wir fordern:<br \/>\n\u2022 eine grundlegende \u00dcberarbeitung von Lehrpl\u00e4nen mit dem Ziel, Wissen, Kompetenzen und neue Formen der Zusammenarbeit im Hinblick auf den Kampf gegen den Klimawandel und Digitalisierung in jedes Schulfach zu integrieren und untereinander zu verkn\u00fcpfen. Klimathemen und die entsprechenden Kompetenzen sollen dabei Bestandteil von Pr\u00fcfungen werden.<br \/>\n\u2022 die Integration des Querschnittsthemas Klimawandel in die Ausbildung von Lehrer*innen sowie die Entwicklung einer Fortbildungsoffensive f\u00fcr Lehrer*innen.<br \/>\n\u2022 die Einrichtung einer Professur f\u00fcr Sachunterricht und Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung f\u00fcr alle Schulformen sowie vorschulische Bildung.<br \/>\n\u2022 den Ausbau der Zusammenarbeit von Bund und L\u00e4ndern im Bereich Bildung, um die zunehmende soziale Spaltung wirksam bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Wir wollen darauf hinwirken, dass Leistungen f\u00fcr Bildung und Teilhabe (BuT) im Hinblick auf digitale Teilhabe und qualifizierte Lernf\u00f6rderung ausgeweitet und \u00fcber den Sozialhaushalt des Bundes abgesichert werden.<br \/>\n\u2022 die Einrichtung von Pilotschulen und Pilot-Kitas sowie eines Portals f\u00fcr den Austausch von Best-Practice-Beispielen f\u00fcr neue Formen der Vermittlung und Zusammenarbeit im Bereich der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung.<\/p>\n<p><strong>2 Beschleunigung von Verfahren<\/strong><br \/>\nDie Corona-Pandemie hat gezeigt, dass auch tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in sehr kurzer Zeit umsetzbar sind. Schutzausr\u00fcstung und Atemger\u00e4te wurden innerhalb k\u00fcrzester Zeit eingekauft, digitale Arbeitsweisen wurden innerhalb von Wochen etabliert und neue soziale Normen wurden einge\u00fcbt. F\u00fcr den Kampf gegen den Klimawandel spielt Geschwindigkeit eine ebenso wichtige Rolle: Jedes Jahr, in dem Klimaschutzma\u00dfnahmen fr\u00fcher umgesetzt werden, sparen sie direkt wertvolle CO2-Emissionen ein. Das Bundesverfassungsgericht hat mehr als deutlich gemacht, dass wir schneller werden m\u00fcssen, die vereinbarten Klimaziele zu erreichen und zuk\u00fcnftige Generationen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir fordern deshalb,<br \/>\n\u2022 die staatlichen Prozesse so zu umzugestalten, dass die hierf\u00fcr erforderlichen Prozesse schneller abgeschlossen werden. In einem ersten Schritt soll daher eine ressort\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die hierzu Vorschl\u00e4ge im Rahmen des bestehenden Rechts erarbeitet. Parallel sollen gebotene \u00c4nderungen der bestehenden Verfahrensvorschriften auf Landesebene und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr \u00c4nderungen auf Bundesebene z.B. in Form einer Bundesratsinitiative erarbeitet werden. Bremen als Zweist\u00e4dtestaat kann hier das Labor f\u00fcr notwendige \u00c4nderungen sein.<\/p>\n<p><strong>3 Mobilit\u00e4t<\/strong><br \/>\nWenn wir eine Verkehrswende, eine Energiewende und einen Wandel hin zu einer sozial-\u00f6kologischen Wirtschaft wollen, m\u00fcssen wir anerkennen, dass beispielsweise ein Leben ohne Auto einfacher ist, wenn man in einer Region oder einem Viertel lebt, das gut an den \u00d6PNV angebunden ist.Die Abh\u00e4ngigkeit vom Auto in unseren beiden St\u00e4dten muss deshalb so weit wie m\u00f6glich reduziert werden \u2013 f\u00fcr Bewohner*innen und Autofahrer*innen ebenso wie f\u00fcr Menschen ohne Auto. Insbesondere Kinder, Jugendliche und \u00e4ltere Personen m\u00fcssen gleichberechtigt mobil sein k\u00f6nnen. Wir fordern im Bundestagswahlprogramm deswegen eine sogenannte \u00bbMobilit\u00e4tsgarantie\u00ab f\u00fcr alle Menschen. Im Land Bremen muss deshalb der \u00d6PNV insbesondere in den \u00e4u\u00dferen Stadtteilen mit schlechter Anbindung massiv ausgebaut werden. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden im Zweckverband Verkehrsverbund Bremen\/Niedersachsen muss zudem der Takt in die Region erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Wir fordern deshalb:<br \/>\n\u2022 eine deutliche Angebots- und Qualit\u00e4tsverbesserung f\u00fcr den \u00d6PNV. Denn entscheidend f\u00fcr den Umstieg auf den \u00d6PNV ist nicht nur der Preis, sondern vor allem eine bessere Taktung, mehr Verbindungen, ein einfacher Wechsel zwischen Verkehrsmitteln und ein erh\u00f6hter Komfort. Dazu muss der Stadt- und Regionalverkehr besser aufeinander abgestimmt werden. Regional- und Stadtbuslinien m\u00fcssen auch ohne hohe Auslastung zuverl\u00e4ssig an jedem Wochentag regelm\u00e4\u00dfig mindestens einmal in der Stunde verkehren \u2013 in den Hauptzeiten im 30-Minuten-Takt. Digitale Echtzeit-Anzeigen m\u00fcssen auf allen Buslinien eingef\u00fchrt werden. Es ist offensichtlich, dass diese Aufgabe so gro\u00df ist, dass sie nicht aus dem bestehenden Haushalt gestemmt werden kann. Eine sozial gerechte Finanzierung soll deshalb in einem Mobilit\u00e4tsgesetz geregelt werden, das f\u00fcr mehr Verkehrstr\u00e4gergerechtigkeit und eine entsprechende Lenkungswirkung sorgt.<br \/>\n\u2022 eine st\u00e4rkere Beteiligung des Bundes am Ausbau des \u00d6PNV. Denn die Verkehrswende ist eines der entscheidenden Projekte bei der Erreichung der Klimaziele von Paris, zu der sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet hat. Deshalb muss die Finanzierung des \u00d6PNV-Ausbaus im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe \u00bbRegionale Daseinsvorsorge\u00ab und einer von uns im Bundeswahlprogramm geforderten \u00bbZukunfts- und Ausbauoffensive\u00ab neu geregelt werden, sodass die selbst gesteckten Ziele tats\u00e4chlich erreicht werden k\u00f6nnen.<br \/>\n\u2022 eine Pr\u00e4mie f\u00fcr Menschen, die ihr Auto abschaffen wollen bzw. bereits jetzt schon keines haben und gerne klimafreundliche Mobilit\u00e4tsangebote nutzen wollen. Entsprechend dem Vorbild der Gemeinde Denzlingen bei Freiburg soll die Pr\u00e4mie in Form eines Zuschusses f\u00fcr die Anschaffung eines Fahrrades, E-Bikes, die Nutzung von Carsharing-Angeboten, \u00d6PNV oder einer Bahncard gezahlt werden. Gerade f\u00fcr Menschen mit kleineren Einkommen, kann ein solches Angebot attraktiv sein, um kosteng\u00fcnstiger und klimafreundlicher mobil zu sein. Auch wenn manche Menschen von diesem Angebot nicht profitieren k\u00f6nnen, ist jede eingesparte Tonne CO2 ein wichtiger Schritt.<\/p>\n<p><strong>4 Gesundheit<\/strong><br \/>\nKlimaschutz ist Gesundheitsschutz. Durch extreme Wetterlagen und Hitzewellen ergeben sich neue gesundheitliche Gefahren f\u00fcr \u00e4ltere, gesundheitsbeeintr\u00e4chtigte und armutsgef\u00e4hrdete Menschen. Aber auch junge Menschen werden in ihrem Leben beeintr\u00e4chtigt, wenn das Leben im \u00f6ffentlichen Raum durch Hitze eingeschr\u00e4nkt wird. Wir fordern deshalb in unserem Bundeswahlprogramm einen Sonderfonds zur Umsetzung von Hitzeaktionspl\u00e4nen.<\/p>\n<p>\u2022 Die letzten Hitzesommer haben einen d\u00fcsteren Blick auf die Zukunft gerade von \u00e4lteren Menschen geworfen. \u00dcberhitzung und die Belastungen f\u00fcr Menschen mit Vorerkrankungen f\u00fchren zu einer h\u00f6heren Sterblichkeit. Das k\u00f6nnen wir vermeiden. Wir d\u00fcrfen die \u00e4lteren Menschen nicht vergessen, die zuhause leben. Deshalb muss die aufsuchende Altenarbeit st\u00e4rker ausgebaut werden, um alten Menschen in ihrem Alltag zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben.<br \/>\n\u2022 Umbau von Pflegeeinrichtungen, um Hitzetote zu vermeiden: Wir brauchen einen Klimafonds auf Bundesebene, um Pflegeeinrichtungen und Krankenh\u00e4user umzubauen und so Menschen vor den Folgen des Klimawandels st\u00e4rker zu sch\u00fctzen.<br \/>\n\u2022 Gesundheits\u00e4mter vor Ort st\u00e4rken, Digitalisierung ausbauen:Ein starker \u00f6ffentlicher Gesundheitsdienst ist die beste Pr\u00e4vention. Deshalb muss die Dezentralisierung in den Stadtteilen f\u00fcr Gesundheitsversorgung ausgeweitet werden, um gerade \u00e4rmere Menschen, die anf\u00e4lliger sind zu erreichen. Au\u00dferdem m\u00fcssen 1% der Gesundheitsausgaben im Bund in den \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienst flie\u00dfen, um ihn zu st\u00e4rken.<br \/>\n\u2022 Seelische Gesundheit ist eine Basis f\u00fcr k\u00f6rperliche Gesundheit, soziale Teilhabe und vor allem Lebensqualit\u00e4t. Doch immer mehr Menschen f\u00fchlen sich einsam und leiden psychisch darunter oder haben andere psychische Erkrankungen. Deshalb brauchen wir mehr Kassenzulassungen f\u00fcr Psychotherapeut*innen, um so mehr ambulante Psychotherapiepl\u00e4tze zu schaffen. Als solidarische Gesellschaft brauchen wir aber auch mehr Orte der Gemeinsamkeit, deswegen wollen wir unsere Quartiere als Gemeinsam-statt-Einsam-Quartiere weiterentwickeln.<br \/>\n\u2022 Bremen bleibt cool \u2013 Schaffung von \u00f6ffentlichen Orten mit viel Gr\u00fcn, Schatten und hoher Aufenthaltsqualit\u00e4t in allen Stadtteilen. Freizeitgestaltung im Au\u00dfenbereich hat in der Pandemie einen neuen Stellenwert erhalten. Stadtplanung muss so ausgerichtet werden, dass das auch in Zukunft noch m\u00f6glich ist und unsere beiden St\u00e4dte Orte f\u00fcr junge und alte Menschen bieten, sich zu treffen und dabei vor Hitze gesch\u00fctzt zu sein. Daf\u00fcr brauchen wir mehr \u00f6ffentliches Gr\u00fcn, mehr Fl\u00e4chenentsiegelung und eine Umverteilung des \u00f6ffentlichen Raums. Wir wollen den Spa\u00df am \u00f6ffentlichen Raum erhalten. Bremen und Bremerhaven sollen deshalb auch bespielbare St\u00e4dte sein, die auch den Kleinsten in unserer Gesellschaft einen Ort zum gemeinsamen Spielen geben.<\/p>\n<p><strong>5 Wohnen<\/strong><br \/>\nNotwendige Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Klimaschutz haben soziale Folgen im Bereich des Wohnens. Steigende Energiekosten und notwendige Umbauma\u00dfnahmen m\u00fcssen so abgefedert werden, dass Menschen mit kleinen Einkommen nicht \u00fcber Geb\u00fchr belastet werden. Ma\u00dfnahmen sollen so umgesetzt werden, dass die soziale Schere in Zukunft wieder zusammengeht, anstatt wie bisher immer weiter auseinanderzuklaffen.<br \/>\n\u2022 Der Anstieg von Energiekosten f\u00fchrt dazu, dass Menschen mit geringen Einkommen zunehmend Probleme bekommen, ihre laufende Haushaltsenergie zu bezahlen, insbesondere wenn sie mit hohen Nachforderungen konfrontiert werden. Mit der Einf\u00fchrung des von den Gr\u00fcnen geforderten Energiegeldes werden Geringverdiener*innen und Familien gezielt entlastet. Wir fordern dar\u00fcber hinaus einen bundesrechtlichen Rahmen, der den Grundbedarf f\u00fcr Energie g\u00fcnstiger zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p><strong>6 Wirtschaft und Arbeiten<\/strong><br \/>\nF\u00fcr unsere Wirtschaft besteht die gro\u00dfe Chance, sich im Wandel Wettbewerbsvorteile zu sichern. Klimaschutz ist heute auch eine gute wirtschaftliche Investition in die Zukunft. Wir m\u00fcssen jetzt beginnen, gemeinsam mit der industriell gepr\u00e4gten Wirtschaft Wasserstoff als Energietr\u00e4ger und Speichertechnologien f\u00fcr Energie aus Sonnen- und Windkraft zu entwickeln. Deshalb wollen wir mit dem \u00bbIndustriepakt\u00ab Unternehmen, die sich auf den Weg zur Klimaneutralit\u00e4t machen, unterst\u00fctzen und die notwendige Planungssicherheit geben.<\/p>\n<p>Andererseits ist bereits jetzt klar, dass der Klimawandel einen gro\u00dfen Strukturwandel ausl\u00f6sen wird. In der Folge werden nicht nur neue Technologien und Arbeitspl\u00e4tze entstehen. Wir m\u00fcssen deshalb bereits heute daf\u00fcr sorgen, dass Arbeitnehmer*innen die sozial-\u00f6kologische Transformation f\u00fcr sich nutzen k\u00f6nnen und auch weiterhin zukunftssichere Jobs haben werden.<\/p>\n<p>Wir fordern deshalb:<br \/>\n\u2022 einen Bildungspakt zwischen Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik. Denn es werden nicht alleine Investitionen in neue Technologien sein, die den Strukturwandel zu einem Erfolg machen werden. Ebenso wichtig sind Investitionen in K\u00f6pfe und die Menschen, die mit Ihren Ideen, Erfahrung und Kompetenzen den Wandel meistern werden. Das Bundesland Bremen soll so zu einem Modell f\u00fcr den Einstieg in neue Berufe, den Umstieg und die Weiterbildung in bestehenden Berufen werden. Arbeitnehmer*innen wollen wir dabei so fr\u00fch wie m\u00f6glich begleiten und best\u00e4rken.<br \/>\n\u2022 ein Gr\u00fcnder- und Innovationsprogramm f\u00fcr mit Coworking- und Inkubatorangeboten sowie Wagniskapital, um gezielt neue digitale und nachhaltige Gesch\u00e4ftsmodelle in Bremen anzusiedeln. Denn es sind aktuell die neuen, wissensgetriebenen Unternehmen, die bei der Entwicklung klimafreundlicher Gesch\u00e4ftsmodelle, durch Digitalisierung und im Bereich der Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Dynamik sorgen und die Arbeitspl\u00e4tze von morgen schaffen. Die Hochschulen und Forschungsinstitute unserer beiden St\u00e4dte sollen aktiv in dieses Programm eingebunden werden.<br \/>\n\u2022 neue Gewerbegebiete im Land Bremen sollten einen klaren Fokus auf klimafreundliche Technologien und Arbeitsweisen nach dem Vorbild des Gewerbegebiets Luneplate in Bremerhaven legen. Eine Best\u00e4rkung der Windkraftbranche in Bremen bedeutet auch, Werbe und Windkraftanlagen miteinander in Einklang zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Antrag wurde von der nicht beschlussf\u00e4higen Landesmitgliederversammlung am 18. Juli 2021 empfohlen und entsprechend der Empfehlung am 19. Juli vom Landesvorstand beschlossen. In \u00fcber einem Jahr Pandemie haben wir als Gesellschaft au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrungen gemacht &#8211; in jeder Hinsicht. Wir haben erlebt, wie sich Ungleichheiten in der Gesellschaft weiter versch\u00e4rft haben. 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