{"id":4399,"date":"2020-12-14T15:49:57","date_gmt":"2020-12-14T14:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress01.gcms.verdigado.net\/gruene-bremen\/?p=4399"},"modified":"2020-12-15T09:48:57","modified_gmt":"2020-12-15T08:48:57","slug":"beschluss-beim-digitalen-parteitag-feministisch-aus-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress44.gcms.verdigado.net\/alteseite\/beschluss-beim-digitalen-parteitag-feministisch-aus-der-krise\/","title":{"rendered":"Beschluss beim digitalen Parteitag: &#8222;Feministisch aus der Krise&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Krise trifft uns nicht alle gleich. Corona hat die Ungleichheiten nicht verursacht, aber sichtbarer gemacht und versch\u00e4rft. Menschen, die doppelt, drei- oder vierfach von Diskriminierung betroffen sind, leiden besonders stark unter der Pandemie und ihren Folgen.<\/p>\n<p>Viele Errungenschaften und Fortschritte auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit drohen in der Corona-Krise verloren zu gehen, und das, obwohl wir in dieser Krise viel deutlicher als sonst sehen, wie bedeutend die Arbeit von Frauen f\u00fcr unsere Gesellschaft ist.<\/p>\n<p>Denn Frauen arbeiten h\u00e4ufiger in den sogenannten systemrelevanten Berufen: Es sind die Pflegerinnen in den Krankenh\u00e4usern, die Kassiererinnen im Einzelhandel, die Erzieherinnen in der Kita, die nicht ins Home Office k\u00f6nnen. Und zuhause liegt noch immer die Hauptverantwortung f\u00fcr Erziehung, Haushalt und die Pflege Angeh\u00f6riger bei den Frauen. Durch Schul- und Kita-Schlie\u00dfungen hat sich dieses Ungleichgewicht versch\u00e4rft. Die Corona-Krise trifft uns nicht alle gleich. Denn Frauen leisten den Gro\u00dfteil der unverzichtbaren Arbeit, bezahlt und unbezahlt, und trotzdem sind sie st\u00e4rker von den Auswirkungen der Krise betroffen. Sie haben das Land am Laufen gehalten und damit pers\u00f6nlich wie beruflich stark zur\u00fcckstecken m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Lesbische und queere Frauen, nicht-bin\u00e4re Personen die weiblich gelesen werden, Personen die Diskriminierung aufgrund von Weiblichkeit und Gender-Nonkonformit\u00e4t erfahren, sowie trans*, inter und asexuelle Personen (im folgenden auch FLINTA*), die alle durch staatliche und medizinische Systematiken nochmal st\u00e4rker marginalisiert, fremdbestimmt und mehrfach diskriminiert werden, bekommen zus\u00e4tzliche negative Auswirkungen der Krise zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Ungleiche L\u00f6hne, Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, unzureichende Kinderbetreuungsangebote, ungerechte Verteilung von Sorgearbeit, h\u00e4usliche Gewalt, Benachteiligung von lesbischen M\u00fcttern und queeren Regenbogen-und Wahlfamilien, Diskriminierung von Frauen mit tats\u00e4chlicher oder zugeschriebener Migrationsgeschichte, problematische von Fremdbestimmung und Pathologisierung gepr\u00e4gte Gesundheitsversorgung f\u00fcr FLINTA*, erschwerter Zugang zu queeren und M\u00e4dchen-\/Frauenberatungsstellen, zu Geburtshilfe und zum Schwangerschaftsabbruch &#8211; an vielen Stellen zeigt die Krise uns noch deutlicher als sonst, wie weit wir noch von einer geschlechtergerechten Gesellschaft entfernt sind. Gleichzeitig laufen wir Gefahr, in traditionalisierte Geschlechterrollen zur\u00fcckzufallen.<\/p>\n<p>Diese Probleme anzugehen hei\u00dft f\u00fcr uns, eine Gesellschaft anzustreben, in der gleiche Rechte, Teilhabe, Arbeit und Anerkennung f\u00fcr alle Geschlechter Wirklichkeit werden. Wir machen uns f\u00fcr eine intersektionale Perspektive stark, die Mehrfachbelastung durch strukturelle und gesellschaftliche Marginalisierung und st\u00e4ndige Diskriminierungserfahrungen aufgrund von Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller oder romantischer Orientierung, geschlechtlicher Identit\u00e4t, Klasse, Religion oder Weltanschauung benennt und mitdenkt. Bremen ist eine bunte Stadt, die Vorreiterin der Geschlechtergerechtigkeit sein kann und soll. Wir brauchen keinen R\u00fcckfall in alte Muster, in traditionalisierte Geschlechterrollen oder Familienvorstellungen. Unsere Antwort auf die Krise muss intersektional und queerfeministisch sein.<\/p>\n<h3><strong>Klatschen reicht nicht! Pflegeberufe aufwerten<\/strong><\/h3>\n<p>Deutschlandweit sind drei Viertel aller sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigten in den Krankenh\u00e4usern Frauen. Die wichtige Arbeit, die dort geleistet wird, findet aber weiterhin unter widrigen Bedingungen statt. Die Verantwortung ist gro\u00df, doch Arbeitsbedingungenund L\u00f6hne teilweise schlecht. Die beschlossene finanzielle Aufwertung der Arbeitist ein erster Schritt. Daf\u00fcr brauchen wir allerdings vom Bund ein Entlastungspaket, das uns als hoch verschuldetes Bundesland st\u00e4rker finanzielle Spielr\u00e4ume gibt, um den Besch\u00e4ftigten einen besseren Lohn zahlen zu k\u00f6nnen. Aktuell wird nur etwa ein Drittel der Pflegekr\u00e4fte im Land Bremen nach Tarif bezahlt. Wir setzen uns im Senat f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Tarifbindung ein!<\/p>\n<p>Mehr Geld allein reicht nicht, auch die Arbeitsbedingungen m\u00fcssen besser werden. Eine hohe Zahl an \u00dcberstunden, Doppelschichtenund viel Verantwortung mit zu wenig Personal sind Alltag in der Pflege. DieKrise in der Pflege versch\u00e4rft sich in der Pandemie weiter und immer mehr Pflegekr\u00e4fte geben auf, manche schon in der Ausbildung. Die Besch\u00e4ftigten, die heute das Leben am Laufen halten, brauchen nicht weniger, sondern mehr Gesundheitsschutz. Es ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv, wenn jetzt gerade diejenigen, die sowieso schon am Anschlag arbeiten noch l\u00e4nger arbeiten m\u00fcssen. Das Pflegepersonal-St\u00e4rkungsgesetz ist unzureichend. Die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung wurde zwischenzeitlich sogar ausgesetzt, um Pflegekr\u00e4fte aus anderen Abteilungen auf den Intensivstationen einzusetzen. Diese Zust\u00e4nde m\u00fcssen die absolute Ausnahme bleiben. Wir wollen eine Personalbemessung in der Alten-und Krankenpflege, die sich am tats\u00e4chlichen Pflegebedarf der Menschen ausrichtet.<\/p>\n<p><strong>Deshalb fordern wir:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>fl\u00e4chendeckende und allgemeinverbindliche Tarifvertr\u00e4ge in allen sozialen Berufen<\/li>\n<li>Anreize f\u00fcr den Wiedereinstieg von Fachkr\u00e4ften in die Pflege zu setzen und mit einer flexiblen Vollzeit zwischen 30 bis 40 Stunden mehr Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten zu schaffen<\/li>\n<li>eine bundesweit verbindliche Personalbemessung in der Pflege und Geburtshilfe<\/li>\n<li>ein Entlastungspaket vom Bund, der es uns und anderen Kommunen erm\u00f6glicht, Pflege-und Sozialberufen besser zu bezahlen<\/li>\n<\/ol>\n<h5><\/h5>\n<h3><strong>Mehr F\u00fcrsorge &#8211; weniger Geld<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Kitas und Schulen im Fr\u00fchjahr geschlossen waren, k\u00fcmmerten sich vor allem die Frauen um die zuhausegebliebenen Kinder. Eine massive Mehrbelastung, die bei vielen Frauen zur Stundenreduzierung oder gleich zum Verlust der Arbeitsstelle f\u00fchrte. Eine politische Antwort auf diese Schieflage gab es nicht, sondern es galt das Prinzip \u201eMama macht das schon\u201c.<\/p>\n<p>Dass vor allem Frauen f\u00fcr die Kinderbetreuung ihre Erwerbsarbeit aufgaben, hat einen einfachen Grund: Hauptverdiener in vielen Haushalten ist ein Mann. Die Corona-Krise hat auch hier eine bestehende Ungerechtigkeit versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Frauen, auch lesbische und queere Frauen, haben sich in dieser schwierigen Zeit h\u00e4ufig um pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige gek\u00fcmmert, weil z.B. Tagespflegeeinrichtungen ausgefallen sind. Lesbischen und queeren Frauen wird die Pflege von Familienmitgliedern wegen fehlender Anerkennung und Benachteiligung von Regenbogen-und Wahlfamilien, zus\u00e4tzlich erschwert. Viele Corona-Verordnungen nehmen weder R\u00fccksicht auf Personen die nicht in Partner*innenschaften leben, noch auf die H\u00e4ufigkeit und Notwendigkeit des Prinzips queerer Wahlfamilien, die oft an die Stelle von Herkunftsfamilien-Verbindungen treten. Dadurch sind Frauen in ihrer Erwerbsarbeit eingeschr\u00e4nkt worden und st\u00e4rker von finanziellen Einbu\u00dfen betroffen. Auch hier zeigt sich wieder die riesige Bedeutung unbezahlter Sorgearbeit w\u00e4hrend der Corona-Krise.<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr die wirtschaftliche Ungleichheit der Geschlechter: Fast die H\u00e4lfte aller erwerbst\u00e4tigen Frauen arbeitetin Teilzeit oder Minijobs. In Kurzarbeit wird ein ohnehin schon geringerer Lohnnoch geringer. Das Risiko, in Armut abzurutschen, erh\u00f6ht sich damitum ein Vielfaches. Der Bremer Landesmindestlohn soll 2021 auf \u00fcber 12 Euro steigen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Absicherung von prek\u00e4r besch\u00e4ftigten Frauen.<\/p>\n<p>Die finanzielle Gleichstellung der Geschlechter und die finanzielle Autonomie von Frauen sind entscheidend f\u00fcr Selbstbestimmung und Unabh\u00e4ngigkeit. Wir Gr\u00fcne k\u00e4mpfen daher f\u00fcr Lohngleichheit und die gerechte Verteilung unbezahlter Sorgearbeit &#8211; in der Krise und dar\u00fcber hinaus!<\/p>\n<p><strong>Deshalb fordern wir:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Recht auf Notbetreuung f\u00fcr Personen in systemrelevanten Berufenund f\u00fcr Alleinerziehende bei erneuten Schul-und Kitaschlie\u00dfungen<\/li>\n<li>Eine Lohnersatzzahlung f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige, den Anspruch auf ein Pflegeunterst\u00fctzungsgeld und die Ausstattung mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln. Dies soll auch f\u00fcr queere Wahlfamilien gelten.<\/li>\n<li>Parit\u00e4tische Elternzeit und Reform des Elterngeldes. Dies muss auch f\u00fcr lesbische M\u00fctter und queere Eltern gelten, die bisher nicht von Geburt des Kindes an als Eltern anerkannt werden.<\/li>\n<li>Abschaffung des Ehegattensplitting<\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Wirksam gegen h\u00e4usliche Gewalt<\/strong><\/h3>\n<p>2019 wurde fast jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner in Deutschland get\u00f6tet. Dies sind keine sogenannten Beziehungstaten oder Familientrag\u00f6dien, sondern Femizide und sie m\u00fcssen als solche benannt werden. Die Corona-Krise hat das Gewaltproblem in den eigenen vier W\u00e4nden extrem verschlimmert, denn Isolation und eine schwierige soziale und finanzielle Situation in den Familien nahmen zu,Abh\u00e4ngigkeiten und Spannungen in vielen F\u00e4llen versch\u00e4rft. Kleine Wohnungen f\u00fcr viele Familienmitglieder werden zu einer Zerrei\u00dfprobe, wenn man nicht vor die T\u00fcr darf, oder soll. Darunter leiden insbesondere auch queere Jugendliche, die in ihrer Familie nicht offen leben k\u00f6nnen oder mit negativen Reaktionen der Familie auf ihr Outing umgehen m\u00fcssen. Sie brauchen ausgleichenden, direkten Kontakt zu Peers in soziokulturellen queeren R\u00e4umen oder im Rahmen von Selbsthilfe, was derzeit nicht mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Deshalb war es richtig, im Fr\u00fchjahr die Pl\u00e4tze von Frauenh\u00e4usern tempor\u00e4r aufzustocken. Wir brauchen bundesweit endlich einen Rechtsanspruch auf Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt, der im StGB verankert ist. In Bremen und Bremerhaven m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich mehr Pl\u00e4tze in Frauenh\u00e4usern, Kinderschutzeinrichtungen und queere Schutzr\u00e4ume geschaffen werden, um Frauen, Kinder, Jugendliche, trans*, inter* und nicht-bin\u00e4re Personenin gef\u00e4hrlichen Situationen nicht ihrem Schicksal zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p><strong>Deshalb fordern wir:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Bundesweiten Rechtsanspruch auf Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt<\/li>\n<li>Eine z\u00fcgige Umsetzung des Bremer Landesaktionsplan zur Istanbulkonvention und des Landesaktionsplan gegen Homo-, Trans-und Interfeindlichkeit<\/li>\n<li>Kapazit\u00e4ten von Schutzeinrichtungen weiter zuerh\u00f6hen, neue Schutzwohnungen zu schaffen und Frauenh\u00e4user und andere bestehende Einrichtungen zu modernisieren und Schutzeinrichtungen f\u00fcr FLINTA* Personen zu schaffen.<\/li>\n<li>Ausbau pr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen, wie T\u00e4terarbeit und Kampagnen zur kritischen M\u00e4nnlichkeit, um Gewalt zu verhindern, die sich gegen Frauen, Kinder, trans*, inter* und nicht-bin\u00e4re Personen richtet, sowie gegen Personen, die Diskriminierung aufgrund von Weiblichkeit erfahren.<\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Alleinerziehende nicht im Regen stehen lassen<\/strong><\/h3>\n<p>Schon vor der Krise waren alleinerziehende Frauen in einer meist angespannten Lage und h\u00e4ufig von Armut bedroht. Um Erziehung und Job unter einen Hut zu bekommen, sind sie h\u00e4ufig gezwungen, einer Teilzeitbesch\u00e4ftigung nachzugehen, unter massiven finanziellen Einbu\u00dfen. Ausfall von Schule und Kita haben dies weiter erschwert. Finanzielle Sorgen haben sich in der Krise noch st\u00e4rker breitgemacht.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen Schulen und Kitas Verl\u00e4sslichkeit und Flexibilit\u00e4t bei den Betreuungszeiten bieten, besonders f\u00fcr Alleinerziehende. Falls es zu einer erneuten Schlie\u00dfung von Schulen und Kitas kommen sollte, m\u00fcssen neben Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, auch Alleinerziehende den Anspruch auf Kinderbetreuung haben.<\/p>\n<p><strong>Deshalb fordern wir:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Einf\u00fchrung einer bundesweiten Kindergrundsicherung<\/li>\n<li>Anspruch auf Notbetreuung bei Schul-und Kitaschlie\u00dfungen f\u00fcr Alleinerziehende<\/li>\n<li>Ausbau flexibler Randzeitbetreuung und Errichtung einer 24-Stunden-Kita<\/li>\n<li>Finanzierung von Jugend-und Familienhilfe sichern<\/li>\n<li>Recht auf mobiles Arbeiten bei \u00dcbernahme aller entstehenden Arbeitskosten (Laptop, Drucker usw.) durch die Arbeitgeber*innen.<\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Arbeitsmarkt-und Steuerpolitik geschlechtergerecht machen, Eigenst\u00e4ndigkeit sichern<\/strong><\/h3>\n<p>Die strukturelle Benachteiligung von Frauen ist bei wirtschaftspolitischen Schutzschirmen in den vergangenen Monaten sp\u00fcrbar gewesen. Zu viele Frauen arbeiten h\u00e4ufig in Minijobs, im informellen Sektor oder sind anderweitig prek\u00e4r besch\u00e4ftigt und somit kaum vor Jobverlustund gro\u00dfen Einkommenseinbu\u00dfen gesch\u00fctztgewesen. Frauen wird dann h\u00e4ufig vorgeworfen, dass sie den falschen Beruf gew\u00e4hlt h\u00e4tten und doch was anderes machen sollten, wo sie mehr Geld verdienen w\u00fcrden. Dabei ist die freie Entscheidung\u00fcber die Berufswahl nicht das Problem, sondern strukturelle Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt!<\/p>\n<p>Die Vers\u00e4umnisse der Vergangenheit m\u00fcssen jetzt endlich angepacktwerden, um einen modernen und gleichberechtigten Arbeitsmarkt zu schaffen, der die eigenst\u00e4ndige Absicherung von Frauen unterst\u00fctzt, statt zu behindern und Sorgearbeit in den Blick nimmt und nicht zu Lasten der Frauen einfach ignoriert. Eine parit\u00e4tische Elternzeit, die auch f\u00fcr lesbische M\u00fctter und queere Familien greift, das R\u00fcckkehrrecht in Vollzeit und eine neue, flexible Vollzeit von 30 bis 40 Stunden sowie die Abschaffung des Ehegattensplittings sind wichtige Schritte auf dem Weg dorthin. Mit dem Bremen-Fonds nehmen wir 1,2 Milliarden Schulden auf, um in den n\u00e4chsten Jahren in eine robuste \u00f6ffentliche Infrastruktur und die sozial-\u00f6kologische Transformation der Wirtschaft zu investieren. Anders als beim Konjunkturpaket der Bundesregierung d\u00fcrfen Frauen und Personen die aufgrund von Weiblichkeit undaufgrund ihrer geschlechtlichen Identit\u00e4t, ihrersexuellen oder romantischen Orientierung benachteiligt sind, sowie systemrelevante Berufe beim Bremen-Fonds nicht hinten runterfallen. Deshalb fordern wir, dass alle Investitionen kontinuierlich auf genderspezifische Wirkungen\u00fcberpr\u00fcft und ggfs. angepasst werden.<\/p>\n<p>Es muss sichergestellt werden, dass Zukunftsinvestitionen Frauen, Lesben, inter, nicht-bin\u00e4ren, trans* und asexuellen Personen in gleichem Ma\u00dfe zugutekommen wie M\u00e4nnern. Mit dem Bremen-Fonds m\u00fcssen wir vor allem dort investieren, wo wir sozialversicherungspflichtige Arbeit schaffen k\u00f6nnen, denn nur so k\u00f6nnen wir eigenst\u00e4ndige Existenzsicherungen sichern.<\/p>\n<p><strong>Deshalb fordern wir:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Parit\u00e4tische Elternzeit, die auch f\u00fcr lesbische M\u00fctter und queere Eltern gilt, die bisher nicht von Geburt des Kindes an als Eltern anerkannt werden.<\/li>\n<li>R\u00fcckkehrrecht in Vollzeit nach einer Schwangerschaft<\/li>\n<li>eine neue, flexible Vollzeit von 30 bis 40 Stunden die Woche<\/li>\n<li>Abschaffung des Ehegattensplittings<\/li>\n<li>einen Bonus f\u00fcr jedes Unternehmen, dass bei jedem neu geschaffenen Arbeitsplatz eine Frau einstellt<\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Wir wollen geschlechtergerecht aus der Krise kommen<\/strong><\/h3>\n<p>Die Corona-Krise k\u00f6nnte unsere Gesellschaft auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit um Jahre zur\u00fcckwerfen. Dem m\u00fcssen wir unsentschieden entgegenstellen: Wir k\u00f6nnen jetzt die politischen Entscheidungen treffen, die den Weg zur Gleichstellung und Gerechtigkeit freimachen, damit alle Frauen und alle Personen, die aufgrund von Weiblichkeit und geschlechtlicher Identit\u00e4t diskriminiert werden, mit gest\u00e4rkten Rechtenaus der Krise herauskommen!<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist klar: Frauen haben mehr verdient &#8211; mehr Lohn, mehr Zeit und mehr Gestaltungsm\u00f6glichkeiten. Deshalb m\u00fcssen wir Wirtschaft und Arbeitsleben krisenfester, solidarischer, gerechter und nachhaltiger gestalten &#8211; im Land Bremen und im Bund. Denn die Krise trifft uns nicht alle gleich, sondern versch\u00e4rft bestehende Ungleichheiten und Schieflagen. Deshalb ist unsere Antwort auf die Krise ein intersektionaler und solidarischer Feminismus!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krise trifft uns nicht alle gleich. 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